#4 Das Thema

Das Spielsystem war eigentlich relativ schnell gefunden, schon allein durch den Gedanken “Keep It Simple” (Short ist dann nicht mehr meine Sache). Das ist eine guter Anfang, aber nur die halbe Miete.

Am liebsten ist es mir, wenn es sich spiegelt, wenn Inhalt und Form ineinander greifen, wenn das Spielprinzip sich in der Handlung wiederfindet. Die Idee war dann natürlich schnell gefunden, wenn man sich das Spielprinzip simpel vor Augen hält: Jede Sektion führt zu einer Abzweigung und der Spieler sucht sich einen Weg durch die Handlung und kommt dabei hin und wieder an ein Dead End. Ganz klar ein Labyrinth – so wie es in der Beschreibung von Interaktion üblich ist. Wobei hier dann noch die Frage dazu kommt, ob das Labyrinth dann unicursal oder multicursal ist, wobei ich natürlich unbedingt letzteres anstrebe.

Aber Schritt für Schritt: Der Großteil des Spieles soll also in einem Labyrinth spielen und das zentrale Ziel des Spiels ist es, wieder aus dem Labyrinth herauszufinden. Dafür soll es verschiedene Lösungsansätze geben, aber auch zahlreiche Gelegenheiten sich in den Gängen zu verlieren und dabei die Gedanken in alle Richtungen schweifen zu lassen.

Denn das Labyrinth ist nicht einfach nur eine wilde Anordnung von Linien in Kinderrätselhaften oder auf der Rückseite von Cornflakespackungen; das Labyrinth ist ein symbolischer Mythos, das sich in vielen Spielformen in der Architektur und Literatur findet, das für Geheimnisse und Selbsterkenntnis  steht. All das, all diese Beispiele, diese Motive sollen Eingang in mein Labyrinth finden, das eine ganz eigene Besonderheit besitzt.

Thilo
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Thilo

Hat sich von einer anfänglichen Faszination für Bücher, über erste Leseerfolge zum Bibliomanen entwickelt. Eigentlich hat der Kulturjournalist nur aus Langeweile gelesen, hier mal ein Buch im Zug, mal eines im Urlaub, mal ein bisschen vorm Einschlafen. Nach unausgegorenen Berufswünschen wie Koch, Hornist oder Schauspieler, verschlägt es ihn zum Studium der Theaterwissenschaft nach Leipzig und in die Redaktionsräume des Ausbildungsradios mephisto 97.6. Ganz beiläufig lässt er hier fallen, dass er eigentlich ganz gerne mal ein Buch lese. Schon einen Monat später leitet er – hopplahopp – die Literaturredaktion und Lesen wird zum Exzess (in den Tagen vor Buchmessen liest er gerne Nächte und Tage durch). Inzwischen spricht er hin und wieder bei MDR Kultur und dem Deutschlandfunk über Literatur, Theater, Musik, neue Medien und alles was die Leute (oder: ihn) interessiert. Sein Ziel: Der nächste Marcel Reich-Ranicki (und ein bisschen Gerhard Stadelmaier) werden – nur besser aussehend … und vielleicht etwas umgänglicher. So lange vergnügt er sich weiter auf schraeglesen.de

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