Ich lege was, was du nicht weißt

Weihnachten: das Fest der Liebe. Endlich wieder Zeit für die Familie und ein friedliches Beisammensein – vielleicht mit einem schönen Spiel. Doch das falsche Spiel kann auch den Haussegen schief hängen lassen. Klassiker wie “Mensch ärgere dich nicht” sind da nicht immer die glücklichste Wahl. Mein Geschenktipp für ruhige Feiertage: “Concept”. Warum? Weil bei “Concept” eben mal keiner reden muss, sondern alles anhand von Bildern erklärt werden soll. Und das kann manchmal Leben retten.

Was ist “Concept”?

Kennt ihr “Tabu” oder “Activity”? Partyspiele, bei denen sich die Spieler gegenseitig Begriffe umschreiben, aufmalen oder sich beim Pantomie lächerlich machen müssen? Im Prinzip ist “Concept” genau so ein Spiel – mit dem Unterschied, dass der Spieler all die Peinlichkeiten eben nicht machen muss. Stattdessen wird bei “Concept” alles anhand von Bildern erklärt. Aber keine Sorge: Ihr müsst keine improvisierten Kritzeleien eurer Teammitglieder entziffern. Alle zur Verfügung stehenden Piktogramme sind bereits vorgegeben. Wir ihr sie dann benutzt ist euch überlassen. Wichtig ist nur: Reden ist verboten!


Wie soll das denn funktionieren?

Das Spielprinzip ist im Grunde recht simpel: Ihr habt ein Spielbrett, auf dem Piktogramme zu verschiedenen Kategorien abgebildet sind. (Von Farben, bis zu Körperteilen, von Geschlecht bis hin zu geometrischen Formen. ) Anhand dieser Piktogramme müsst ihr nun zum Beispiel Wörter, Filmtitel oder auch berühmte Personen “umschreiben”. Und das macht ihr, indem ihr Steine auf die Bilder legt, die eurer Meinung nach den Begriff am besten darstellen. Dazu wird zunächst mit der grünen Fragezeichen-Spielfigur das Hauptkonzept festgelegt – also: Worum handelt es sich bei dem gesuchten Begriff? Ist es ein Mensch, ein Tier, oder gar ein Sprichwort? Sobald ihr euch dann auf ein Bild festgelegt habt, könnt ihr den Begriff mit den kleinen grünen Würfeln weiter beschreiben.

Das sieht dann in etwa so aus:

Wisst ihr schon was das ist? Wenn nicht, könnte ich nun noch mit einer der verschiedenenfarbigen Ausrufzeichen-Figuren eine weitere Unterkategorie hinzufügen:

Na? Wie sieht es jetzt aus? Das ist natürlich noch die einfachtste Version. Es geht auch komplizierter:

Schon drauf gekommen? Das habe ich mir übrigens nicht selbst ausgedacht, das Beispiel stammt aus der Spielanleitung. So durchdacht sind meine Darstellungen meist noch nicht. Obwohl der Fantasie da keine Grenzen gesetzt sind: Ihr könnt zum Beispiel mehrere Würfel auf ein Bild legen, um etwa zu zeigen, dass nicht nur eine Figur sondern gleich mehrere gesucht werden. Und oft kann auch die Reihenfolge, in der ihr die Steine legt entscheidend für einen Sieg sein!

Apropos Sieg: “Concept” wird nicht in festen Teams gespielt. Ihr bildet mit eurem direktem Sitznachbarn für eine Runde ein temporäres Zweier-Team und stellt dann beide für die restlichen Spieler den Begriff dar. Der Spieler, der den Begriff dann errät, erhält zwei Punkte und ihr beide jeweils einen Punkt. Danach ist euer Sitznachbar mit seinem Nachbarn an der Reihe, dann der mit seinem Sitznachbarn und so weiter und so fort … bis alle Punkte verteilt wurden. Sieger ist natürlich der Spieler mit dem meisten Punkten.


Und wer soll sich daür interessieren?

“Concept” ist ein Partyspiel für jeden Geschmack: Ihr macht euch beim Pantomime nicht gern zum Apfel – kein Problem, ihr müsst einfach nur Steine auf die Bilder legen. Ihr seid keine großen Redner – ihr müsst ja eh die Bilder reden lassen. Zeichnen könnt ihr nicht – die Bilder sind ja schon da. Und der Punktekampf ist euch auch zuwider? Dann lasst doch die Punkte einfach weg. Das Punktesystem ist eh so simpel, dass wir uns irgendwann einfach nur noch gegenseitig die Begriffe “erklärt” haben. Und dabei jede Menge zu lachen hatten. Durch die ständig wechselnde Teamverteilung, geht es bei “Concept” weniger um den Wettstreit. Vielmehr geht es um logisches Denken, Verstehen und Aufsplitten von Begriffen, sowie Bilderraten und kombinieren – und das gemeinsam und nicht gegeneinander. So hatten selbst die Spielemuffel meiner Familie ihren Spaß.

“Concept”, Repos Production, 2013, 24,99 – 29,99 € (empfohlen ab 8 Jahren)

Hinweis zum Kauf: Die Lieferung dauert übers Internet oft einige Tage bis Wochen, am besten schaut ihr also gleich direkt im örtlichen Handel vorbei. Letztes Jahr war “Concept” recht schnell ausverkauft, in diesem Jahr habe ich jedoch immer ein paar Exemplare in größeren Spiele- und Buchhandelungen gesehen. Ansonsten werden für Silvester ja auch immer wieder Partyspiele gesucht.

Caecilia
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Caecilia

Ehemaliger(?) "Final Fantasy"-Freak. Hat durch die Liebe für das Japanische Rollenspiel zum Videospiel gefunden. Nachdem der Traum vom Leben im Land der aufgehenden Sonne schon am Sushi-Hass zerplatzte, fand die Musik- und Theaterwissenschaftlerin mit den Game Studies einen passenden Ersatz; ging ihren Dozenten deswegen permanent mit Hausarbeiten zu Videospielmusik, Avatartheorien oder Bewegungssteuerungskonzepten auf den Leim; versuchte sich nebenher als Redakteurin beim RETRO-Magazin oder stockte ihre Spielesammlung mit Aushilfsjobs bei GameStop auf. Ihr großer Traum: Mit einer Professur das eigene Hobby durch die Uni finanzieren zu lassen. Bis dahin tobt sich eben auf schraeglesen aus und bezahlt die Spiele vorerst aus eigener Tasche. Wegen ihrer Vorliebe für Indie Games hält sich der finanzielle Aufwand dabei zum Glück in Grenzen.

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