24 Stunden bis zum Global Game Jam

In 24 Stunden ist es auch hier in Deutschland wieder soweit: It’s global jam time! Zusammen mit zahlreichen anderen Ländern versammeln sich vom 20. bis 22. Januar wieder Entwickler um 48 Stunden lang die unterschiedlichsten Videospiele zu entwickeln. Zeit also nocheinmal Revue passieren zu lassen, wobei es beim Global Game Jam eigentlich geht.
 

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Oft bringen Game Jams die kreativsten Spielideen hervor – wie hier beim Global Game Jam Leipzig 2016 mit einem alten Telefon als Eingabegerät. (Foto: Thilo Körting)

 

48 Stunden ohne Schlaf. 48 Stunden lang Spiele entwickeln – viel mehr braucht es eigentlich nicht um den Global Game Jam zu beschreiben. Okay, vielleicht sollte das Wort “weltweit” an dieser Stelle noch erwähnt werden. Ansonsten ist das Prinzip des Global Game Jam relativ simpel: Seit 2009 versammeln an den verschiedensten Orten der Welt einmal im Jahr Spieleentwickler. In welchem genauen Rahmen das stattfindet, hängt von den jeweiligen Veranstaltungsorten ab. Sie alle haben jedoch zwei Gemeinsamkeiten – alle Teilnehmer müssen ihr Spiel einem jährlich neu festgelegten Thema widmen und allen steht dafür genau 48 Stunden Zeit zur Verfügung. Kurz also: Ein “Hackathon der Videospielentwickler”.
 

It is the growth of an idea that in today’s heavily connected world, we could come together, be creative, share experiences and express ourselves in a multitude of ways using video games – it is very universal. The weekend stirs a global creative buzz in games, while at the same time exploring the process of development, be it programming, iterative design, narrative exploration or artistic expression.

Global Game Jam Website

 

Global Game Jam History

 

 

Schlafen ist für Anfänger

 

Die Themenvergabe erfolgt dann am späten Freitagnachmittag der jeweiligen Zeitzone. Nach einem kurzen Keynote werden die Gruppen gebildet und es heißt: An die Rechner, fertig los! 48 Stunden lang tüfteln die Teams an ihrer Spielidee, erstellen die ersten Artworks, experimentieren mit der technischen Umsetzung und versuchen ihr Konzept damit Schritt für Schritt in eine passende Spielform zu bringen. Am Samstagnachmittag – genau zur Halbzeit – werden dann die ersten Entwürfe vor den anderen Teams präsentiert, die dann wieder ihren Senf dazu geben können. Danach haben die Entwickler noch weitere knapp 24 Stunden, um eventuelle Fehler auszumärzen oder (schlimmstenfalls) auch Ideen wieder zu verwerfen und nochmal von Neuem zu starten. Fest steht nur: Sonntagnachmittag werden die Spiele auf die Global Game Jam Website geladen – egal in welcher Form das auch erfolgen mag.
 


Themen über die Jahre

2009:  “As long as we have each other, we will never run out of problems”

2010:  “Deception”

2011:  “Extinction”

 

2012:  An image of “Ouroboros”             2013:  The Sound of a Heartbeat      

2014:  “We don’t see things as they are, we see them as we are”

 

2015:  “What do we do now?”                   2016:  “Ritual”


 

Alles für den Spaß

 

Was sich dann am Sonntagabend dort präsentiert könnte oft unterschiedlicher nicht: Von fast schon verkaufsfertigen Spielen, bis hin zu reinen Grobkonzepten, von Spaßspiel bis zum kleinen Kunstwerk – hier ist am Ende alles möglich. Und genau um diese Erfahrungen geht es auch. Die Teams beratschlagen sich gegenseitig, Anfänger können von Profis lernen und Profis sammeln Ideen, die ihnen allein im kleinen Kämmerlein vielleicht so nie gekommen werden. So ist tatsächlich nicht ungewöhnlich, dass sich frühere Game Jam Prototypen oder Ideen später in kompletten Videospielen wieder finden – schließlich sind die “Treffpunkte der Entwickler” oft der reinste Ideenbrunnen.

 


“The first rule of Jam Club is: You don’t talk about the theme until Hawaii jams!”  – Die goldene Regel des Global Game Jam. Denn damit alles auch so friedlich seinen Lauf nehmen kann, ist Fairness beim Jamen unerlässlich. Das bedeutet eben auch, dass vor den letzten Jam-Teilnehmer niemand über das Thema des aktuellen Global Game Jam spricht. Und das ist nach der Zeitzonenregelung eben Hawaii. 


 

Zwar können sich die Teams mittlerweile noch weiteren Herausforderungen stellen (wie z.B. Spiele zu entwerfen, die ganz ohne Worte auskommen oder Spiele, die nur mit einer Hand gespielt werden können), vereinzelte Jam-Veranstaltungsorte kühren auch gelegentlich abschließend die besten Spielideen. Im Grunde geht es beim Global Game Jam aber einfach nur ums gemeinschaftliche Entwickeln und Ideen sammeln. Konkurrenzdruck gibt es in der Gaming Branche auch so schon genug…

 

Caecilia

Ehemaliger(?) "Final Fantasy"-Freak. Hat durch die Liebe für das Japanische Rollenspiel zum Videospiel gefunden.

Nachdem der Traum vom Leben im Land der aufgehenden Sonne schon am Sushi-Hass zerplatzte, fand die Musik- und Theaterwissenschaftlerin mit den Game Studies einen passenden Ersatz; ging ihren Dozenten deswegen permanent mit Hausarbeiten zu Videospielmusik, Avatartheorien oder Bewegungssteuerungskonzepten auf den Leim; versuchte sich nebenher als Redakteurin beim RETRO-Magazin oder stockte ihre Spielesammlung mit Aushilfsjobs bei GameStop auf.

Ihr großer Traum: Mit einer Professur das eigene Hobby durch die Uni finanzieren zu lassen. Bis dahin tobt sich eben auf schraeglesen aus und bezahlt die Spiele vorerst aus eigener Tasche. Wegen ihrer Vorliebe für Indie Games hält sich der finanzielle Aufwand dabei zum Glück in Grenzen.
Caecilia

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Ehemaliger(?) "Final Fantasy"-Freak. Hat durch die Liebe für das Japanische Rollenspiel zum Videospiel gefunden. Nachdem der Traum vom Leben im Land der aufgehenden Sonne schon am Sushi-Hass zerplatzte, fand die Musik- und Theaterwissenschaftlerin mit den Game Studies einen passenden Ersatz; ging ihren Dozenten deswegen permanent mit Hausarbeiten zu Videospielmusik, Avatartheorien oder Bewegungssteuerungskonzepten auf den Leim; versuchte sich nebenher als Redakteurin beim RETRO-Magazin oder stockte ihre Spielesammlung mit Aushilfsjobs bei GameStop auf. Ihr großer Traum: Mit einer Professur das eigene Hobby durch die Uni finanzieren zu lassen. Bis dahin tobt sich eben auf schraeglesen aus und bezahlt die Spiele vorerst aus eigener Tasche. Wegen ihrer Vorliebe für Indie Games hält sich der finanzielle Aufwand dabei zum Glück in Grenzen.

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