Danke, Final Fantasy!

Heute ist es soweit: “Final Fantasy” feiert sein 30-jähriges Jubiläum. 30 Jahre Erfolgsgeschichte einer Reihe, die eigentlich keine werden sollte. Vor allem aber das Jubiläum einer Reihe, der ich überhaupt erst meine Begeisterung für Videospiele zu verdanken habe. Mein Dank an “Final Fantasy”.
 

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Kaum zu glauben, dass es schon 30 Jahre sind. 30 Jahre – das sind 262800 Spielstunden oder eben 1314 mal “Final Fantasy X” durchgespielt, das mit seinen 200 Spielstunden als eines der längsten Titel der Reihe gilt. Für so viel Spielstunden, so viele Emotionen, lohnt es sich doch auch mal eine kleine Dankesrede zu schwingen.
 

Wie es eigentlich dazu kam

 
Angefangen hat es bei mir, wie wahrscheinlich bei Millionen anderer “Final Fantasy”-Fantasy-Fans auch: mit “Final Fantasy VII” – einem Spiel, dass von vielen Fans als eines der besten, wenn nicht sogar das beste, Videospiel aller Zeiten gesehen wird. Und auch wenn selbst bei der Frage nach dem besten “Final Fantasy”-Teil sofort die Meinung außeinander schellen würden (trotz Nostalgie-Faktor würde ich mich wohl eher zur Fraktion “Final Fantasy VI” zählen), einen besonderen Stellenwert hat “Final Fantasy VII” bis heute noch für mich. 
 



Dass die Anniversary-Feier ausgerechnet auf den 31. Januar fällt ist übrigens kein Zufall: Denn heute vor genau 20 Jahren erschien auch “Final Fantasy VII”, das als eines der erfolgreichsten Teile der Reihe nicht nur durch zahlreiche Spin-Offs erweitert wurde, sondern bald auch ein Remake bekommen soll.



 

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Die zwei beliebtesten Anwärter auf den Thron für das beste “Final Fantasy”-Spiel

Ich erinnere mich noch an die vielen Stunden, die als Kind bei Bekannten vor dem alten Röhrenfernseher verbracht habe und immer wieder die ersten zwei Spielstunden wiederholen musste, weil bei jedem Besuch mein Speicherstand nicht mehr auffindbar war. Und wie ich mich trotzdem jedes Mal aufs Neue gefreute hatte – obwohl ich den Anfang wohl irgendwann im Schlaf spielen konnte. Ich weiß noch, wie ich mich über meine erste PlayStation2 gefreut hatte – und dann die zwei Wochen meiner Winterferien dafür verwendet hatte, “Final Fantasy VII” zu Ende zu spielen. Wie ich den Finalen Kampf gegen Sephiroth stundenlang nur mit Heilen verbracht und mit einem Sieg gar nicht mehr gerechnet hatte. Und als es dann doch geschafft hatte, war ich dann doch traurig, weil das Spiel schon zu Ende war. Ich kann vielleicht nicht sagen, welcher “Final Fantasy”-Teil wirklich der beste ist. Eines weiß ich aber sicher: Ohne “Final Fantasy VII” wäre ich wohl nie zu dem Videospielfan geworden, der ich heute bin. Vielen Dank, “Final Fantasy”!
 

Jahre glücklicher Spielerfahrungen

 
Danke auch für die vielen emotionalen Momente, die du mir in meiner Jugend beschert hast. Angefangen von Aerith’s berühmten Sterbeszene in “Final Fantasy VII”, bei der auch ich – und das obwohl ich Aerith eigentlich gar nicht mochte – wie ein Schlosshund heulen musste. Über Yunas und Tidus Liebesgeschichte, deren tragisches Ende ich in “Final Fantasy X” gleichzeitig gehasst und geliebt hatte und die der einzige Grund war, warum ich “Final Fantasy X-2” gar nicht so schlimm fand, wie alle immer behaupteten.

Ich denke an die schweren Schicksalsschläge der zahlreichen Protagonisten in “Final Fantasy VI”, das ich leider erst viel zu spät kennen und lieben lernen durfte. (Und dem ich überhaupt erst meinen Bachelor-Abschluss zu verdanken habe.) Die wohl schönste Oper in der gesamten Videospielgeschichte. Die vielen Überraschungen und Wendungen, die vielen tollen Charaktere, die vielen märchenhaften Geschichten. Die vielen Lacher, Weiner, Wutausbrüche – und was auch sonst noch zur Gefühlspalette gehört. Denn wenn du eines konntest, dann ist es Emotionen zu wecken. Danke auch dafür!
 



Was hat eigentlich das “Final” neben dem “Fantasy” zu suchen?

Mit 115 Millionen verkauften Videospielen ist “Final Fantasy” eine der erfolgreichten Videospiel-Reihen überhaupt. Wie der Titel der Reihe jedoch schon nahelegt, waren die Umstände, aus denen sie hervorging, wenig vielversprechend: Das Wort “Final” sollte 1987 den Gemütszustand des “Final Fantasy Urvaters” Hironobu Sakaguchi wiederspiegeln, der mit seiner Produktionsfirma Square keine großen Erfolge verbuchen konnte. Aus diesem Grund entschied er sich, mit “Final Fantasy” vorläufig sein letztes Videospiel zu entwickeln. Sollte dieser finale Versuch erneut scheitern, wollte er zurückzutreten.



 

In guten wie in schlechten Zeiten?

 

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Mein ganzer Stolz: Meine “Final Fantasy”-Sammlung.

Dabei hatten wir beide es nicht immer leicht miteinander. Und ich denke hier nicht an den schier unschaffbaren Bosskampf mit Lady Yunalesca in “Final Fantasy X”, bei dem ich so oft versagt hatte, dass ich aus lauter Trotz für Wochen meine PlayStation nicht mehr anstellen wollte. (Nicht, dass es die wirklich interessiert hätte.)

Ich denke hier vor allem an die Schwierigkeiten, die ich mit dir hatte, als nach “Final Fantasy X” Hironobu Sakaguchi das “Final Fantasy”-Team verlassen hatte und ich mich mit den sonst so geliebten Charakteren plötzlich nicht mehr warm werden wollte. Als ich ein “Final Fantasy”-Teil nach dem anderen plötzlich nicht mehr zu Ende spielen wollte, weil mir die Stereotypen (Danke “Final Fantasy XIII”) einfach nicht mehr ans Herz wachsen wollten. Vielen Dank dafür-
 

Final (Thanking) Words

 
Aber eigentlich hattest du es mit mir auch nicht immer leicht. Wenn ich dir gegenüber in den letzten Jahren auf einmal zum Nostalgiker mutierte und – obwohl ich mich sonst doch so für Experimente aussprache – immer wieder betonte, “dass doch früher alles besser war.” Im Grunde bin ich jedoch froh, dass du die 30 Jahre so tapfer durchgehalten hast. Dich, trotz zahlreicher Kritiken nostalgischer Fans wie mir, in jedem Teil auch neu erfunden hast.

Danke, “Final Fantasy”! Danke, für viele emotionale Spielstunden. Danke, für alle die Jahre, die du mich zum Lachen, Weinen, Schimpfen, Ausrasten – und wieder zum Lachen und Weinen gebracht hast. Danke für deine (oftmals) glaubhaften Charaktere, ergreifenden Geschichten, magischen Welten. Danke für die zahlreichen Ohrwürmer, Luftschiffe, die Chocobos, Mogris, Schwarzmagier und Rotmagier, Mönche, Krieger.

Happy Birthday, “Final Fantasy”! Ich hoffe, auch noch in Zukunft mit dir viele emotionale Stunden erleben zu können. Und ich muss auch gestehen: “Final Fantasy XV” ist ja gar nicht so schlecht.

Caecilia

Caecilia

Ehemaliger(?) "Final Fantasy"-Freak. Hat durch die Liebe für das Japanische Rollenspiel zum Videospiel gefunden.

Nachdem der Traum vom Leben in Land der aufgehenden Sonne spätestens am Sushi-Hass zerplatzte, fand die Musik- und Theaterwissenschaftlerin in den Game Studies einen passenden Ersatz; ging ihren Dozenten deswegen permanent mit Hausarbeiten zu Videospielmusik, Avatartheorien oder Bewegungssteuerungskonzepten auf den Leim; versuchte sich nebenher als Redakteurin beim RETRO-Magazin oder stockte ihre Spielesammlung mit Aushilfsjobs bei GameStop auf.

Ihr großer Traum: Mit einer Professur das eigene Hobby durch die Uni finanzieren zu lassen. Bis dahin tobt sich eben auf schraeglesen aus und bezahlt die Spiele erstmal aus eigener Tasche. Wegen ihrer Vorliebe für Indie Games hält sich der finanzielle Aufwand dabei zum Glück in Grenzen.
Caecilia

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Caecilia

Ehemaliger(?) "Final Fantasy"-Freak. Hat durch die Liebe für das Japanische Rollenspiel zum Videospiel gefunden. Nachdem der Traum vom Leben in Land der aufgehenden Sonne spätestens am Sushi-Hass zerplatzte, fand die Musik- und Theaterwissenschaftlerin in den Game Studies einen passenden Ersatz; ging ihren Dozenten deswegen permanent mit Hausarbeiten zu Videospielmusik, Avatartheorien oder Bewegungssteuerungskonzepten auf den Leim; versuchte sich nebenher als Redakteurin beim RETRO-Magazin oder stockte ihre Spielesammlung mit Aushilfsjobs bei GameStop auf. Ihr großer Traum: Mit einer Professur das eigene Hobby durch die Uni finanzieren zu lassen. Bis dahin tobt sich eben auf schraeglesen aus und bezahlt die Spiele erstmal aus eigener Tasche. Wegen ihrer Vorliebe für Indie Games hält sich der finanzielle Aufwand dabei zum Glück in Grenzen.

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