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	<title>Buecherdiskussion &#8211; schraeglesen</title>
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	<description>Der etwas andere Literatur- und Videospielblog</description>
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	<title>Buecherdiskussion &#8211; schraeglesen</title>
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		<title>Episode 14: Macht und Ohnmacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Mar 2021 17:27:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Verspätung wollten wir in "Averno" von der jüngst ausgezeichneten Literatur-Nobelpreisträgerin Louise Glück diskutieren. Außerdem haben wir Stories von Carmen Maria Machado gelesen.<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/podcast-episode-14-glueck-averno-machado-koerper-teilhaber">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
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<p><strong>Mit einiger Verspätung wollten wir mal genauer in den Highlight-Band der jüngst ausgezeichneten Literatur-Nobelpreisträgerin Louise Glück reinlesen. Außerdem haben wir Stories von Carmen Maria Machado gelesen, die erstaunlich gut dazu passen.</strong></p>



<span id="more-3797"></span>



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<p>Vielleicht erinnert Ihr Euch noch, wie Lara und ich uns vor Jahren mal herausgefordert haben, etwas aus unserem Lese-Komfort auszubrechen. Sie suchte einen kurzen Essay-Band heraus und ich lieh ihr einen meiner Lieblingsgedichtbände. Damals war Lara nämlich nicht so für Lyrik zu begeistern. Das hat sich inzwischen wieder geändert.</p>



<p>Wir haben bereits bei unserer Bücherdiskussion am Ende des vergangenen Jahres kurz über den Literatur-Nobelpreis, Louise Glück und Gedichte auf Tumblr gesprochen. Dann fragte Lara mich, ob ich etwas von der hierzulande etwas in Vergessenheit geratenen Dichterin empfehlen kann. Ich selbst hatte gerade die Neuauflagen der deutschsprachigen Übersetzungen gekauft – und auch weil die Autorin selbst es empfiehlt, habe ich &#8220;Averno&#8221; genannt. Lara hatte dann Lust auch mit mir darüber zu sprechen. </p>



<p>Dann stellte sich natürlich die Frage, über welches andere Buch wir noch sprechen wollen. Weil Lara immer viel auf dem Tisch liegen hat und eine gut geführte Liste mit Wunschtiteln, schlug sie &#8220;Ihr Körper und andere Teilhaber&#8221; von Carmen Maria Machado vor. Auf den ersten Blick etwas vollkommen anderes: Short Stories statt Lyrik, Gruselgeschichten statt klassische Mythologie. Doch auch abgesehen davon, dass beide Titel für den National Book Award nominiert waren, hatten die Titel eine Menge gemeinsam.</p>



<h2>  Die Schrecken des Körpers</h2>



<p>Wie ich schon in unserem Gespräch sagte, ist es immer etwas schwer, Erzählungsbände zusammenzufassen, weil es so viele Geschichte sind, von denen jede einzelne tiefgründig sein kann. Hier nehme ich mir mal den Raum und fasse jede Geschichte kurz zusammen</p>



<p>Erstens: Eine Frau erzählt im (Grusel-)Märchen ihres Ehe- und Familienlebens von ihrer sexuellen Hingabe, von der Geburt und dem Extrastich beim Nähen des gerissenen Damms und wie ihr Mann unbedingt die geheimnisvolle Schleife an ihrem Hals öffnen will. Zweitens: Eine Frau erzählt von allen sexuellen Beziehung, die sie hat, während sich eine höchst ansteckende und tödliche Krankheit ausbreitet. Drittens: Die Protagonistin wird von ihrer Freundin mit dem gerade geborenen Kind zurückgelassen und muss nun Muttergefühle entwickeln. Viertens: Die Krimiserie &#8220;Law &amp; Order&#8221; in abgedreht, mit Benson, die von Geistern heimgesucht wird, Stabler mit massiven Familienproblemen, einen seltsamen Priester und Doppelgänger – aber alles mit orginalen Episodentiteln.  Fünftens: Eine Frau arbeitet in einem Mode-Geschäft, dann als Putzkraft in einer Firma und führt eine  intensive Beziehung mit einer Frau, während eine seltsame Krankheit Frauen sozusagen unsichtbar macht. Sechstens: Eine Frau ist mit ihrem Körper unzufrieden, lässt sich den Magen verkleinern, damit sie wie ihre Mutter nur noch &#8220;Acht Bissen&#8221; zu sich nehmen kann, und ist trotzdem unzufrieden. Siebtens: Eine angehende Schriftstellerin reist zu einer Künstler*innenresidenz um ihren ersten Roman zu schreiben, doch sie wird krank, fühlt sich angegriffen von den anderen Künstlerinnen und Künstlern, von der ganzen Landschaft und verzweifelt an ihrer Aufgabe. Achtens: Eine Frau kehrt nach einem traumatischen Erlebnis nach Hause und versucht an das gesellschaftliche Leben anzuknüpfen, aber scheinbar hat sich das Gefühl für Sexualität grundlegend verändert.</p>



<p>Ein Themenfeld zieht sich ganz klar durch alle Geschichten: Sexualität, (weibliche) Körper und Macht. Und etwas Unheimliches zieht sich durch alle Geschichten, die den Figuren und den Leser*innen das Gefühl geben, etwas lauert im Dunkeln und hat die Welt, so wie wir sie kennen nachhaltig verändert. Machado zeigt sich als virtuose Sprachkünstlerin, die es schafft mit ungewöhnlichen Sprachbildern ganz viel zu erzählen, nicht nur die Stimmung, sondern auch alles was unter der Geschichte brodelt. Bewundernswert! Deswegen habe ich die Geschichten gerne gelesen, aber oft haben sie mich auch etwas enttäuscht und schulterzuckend zurückgelassen. Aber vielleicht habe ich auch nicht den richtigen Standpunkt eingenommen, denn Lara war begeistert, weil Machado zwar das Genre der Gruselgeschichte nutzt, es aber mit ihren Frauenfiguren auch neu auflädt und Fragen nach Macht und Ohnmacht von Frauen in der heutigen Zeit stellt.</p>



<p><em>Carmen Maria Machado: </em>Ihr Körper und andere Teilhaber<em>, <a href="https://www.klett-cotta.de/buch/Gegenwartsliteratur/Ihr_Koerper_und_andere_Teilhaber/101160" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tropen</a> (Klett-Cotta), 300 Seiten</em></p>



<h2>Bis in die Unterwelt</h2>



<p>In gewisser Weise ziehen sich diese Themen in dem Gedichtband &#8220;Averno&#8221; weiter. Louise Glück steht für eine klassische, akademische Lyrik, die zwar nicht unbedingt alte Vers- und Gedichtformen nutzt, aber doch sehr strukturiert daherkommt. In ihrem zehnte Band erzählt sie den <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Raub_der_Persephone" target="_blank">Mythos der Persephone</a> nach, die gegen ihren Willen in der Unterwelt bleiben muss. Mit klarer Rhythmik, meist kurzen Versen und nicht allzu abgehobenen Worten gelingt es Glück, den Mythos in eine unbestimmbare Gegenwart zu versetzen. Die Geschichte scheint gerade im Moment des Lesen zu passieren, ist ganz nah bei uns.</p>



<p>So kann sie fast schon beiläufig viele relevante Themen einflechten: Macht über Frauen, Beziehungen zur Mutter und unsere Sicht auf die Umwelt. Natürlich sind die Gedichte in gewisser Weise zahm, manchmal in ihrer Sprache sogar etwas simpel. Der Band wirkt vor allem in seiner Gesamtheit: Die Gedichte stehen zwar für sich, aber dennoch zieht sich die Geschichte der Persephone durch das ganze Buch und wird so von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Sicherlich gibt es Gedichtbände, die mich mehr überrascht und auf positive Weise verwirrt haben, aber &#8220;Averno&#8221; von Louise Glück war eine schöne Leseerfahrung, weil ihre Verse Eleganz und Tiefgang haben. Ich würde dieses Buch jeder Gedichtleser*in empfehlen. Lara wäre da etwas vorsichtiger, weil sie der Band nicht komplett überzeugt hat, und würde ihn nur solchen Leser*innen ans Herz legen, die sich mit griechisch-römischer Mythologie beschäftigen.</p>



<p><em>Louise Glück: </em>Averno<em>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Averno/Louise-Glueck/Luchterhand-Literaturverlag/e187265.rhd" target="_blank">Luchterhand</a>, 176 Seiten</em></p>
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		<title>Episode 13: Preise und Diversität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 17:55:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[buch]]></category>
		<category><![CDATA[buchpreis]]></category>
		<category><![CDATA[diversität]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[versroman]]></category>
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					<description><![CDATA[Jetzt noch länger und noch mehr Bücher: Wegen Corona-Verwerfungen und Arbeitsstress ist es Lara und mir nicht gelungen, die gleichen Bücher zu lesen. Deswegen gibt es stattdessen einen Rückblick – auf das vergangene Halbjahr und den Deutschen Buchpreis. Es sind seltsame Zeiten: Eine Stunde kann sich wie ein Monat und…<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/episode-13-preise-und-diversitaet">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Jetzt noch länger und noch mehr Bücher: Wegen Corona-Verwerfungen und Arbeitsstress ist es Lara und mir nicht gelungen, die gleichen Bücher zu lesen. Deswegen gibt es stattdessen einen Rückblick – auf das vergangene Halbjahr und den Deutschen Buchpreis.</strong></p>



<span id="more-3764"></span>



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<p>Es sind seltsame Zeiten: Eine Stunde kann sich wie ein Monat und ein halbes Jahr wie gerade mal eine Woche anfühlen. Tatsächlich haben wir die vorherige Folge kurz vor der nicht stattgefundenen Leipziger Buchmesse und diese kurz nach der nicht stattgefundenen Frankfurter Buchmesse aufgezeichnet. </p>



<p>Damals wie heute hatten wir uns Bücher von der Liste der Nominierten ausgesucht. Leider hatten wir wegen Aufträgen und Redaktionsdiensten beide keine Zeit, die Bücher vor der Verleihung zu lesen. Wir haben uns daher einfach mal für einen anderen Modus entschieden: Ich habe in meiner Urlaubswoche drei Bücher gelesen und Lara hat drei Bücher mitgebracht, die sie bereits im Frühjahr und im Sommer gelesen hatte. Dabei hat sich gezeigt, dass Lara sehr viel wacher und fokussierter war als ich&#8230;</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2>Widerstände</h2>



<p>Wie jedes Jahr habe ich wieder viel weniger von der Longlist und auch von der Shortlist gelesen, als ich wollte. Allerdings sind mir gleich mehrere Bücher aufgefallen:</p>



<p>Lara und ich haben bereits &#8220;Kirio&#8221; von Anne Weber mit viel Vergnügen gelesen. Ich würde sogar soweit gehen, dass der Roman das Highlight meines Lesejahres 2017 war. Als ich dann erkannte, dass die Geschichte &#8220;Annette, ein Heldinnenepos&#8221; in Versen geschrieben ist, war ich ganz begeistert. Leider hat diese Freude nicht während der gesamten Lektüre angehalten. Denn Anne Weber erzählt zwar eine spannende Lebensgeschichte und fängt eindrückliche Momente ein, doch es fehlt der entsprechende Lesefluss der gebundenen Sprache.</p>



<p><em>Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/annette-ein-heldinnenepos.html" target="_blank">Matthes &amp; Seitz</a>, 208 Seiten</em></p>



<p>Deniz Ohde ist die diesjährige Debütantin der Shortlist und doch habe ich vor der Lektüre schon so viel von &#8220;Streulicht&#8221; gehört. Das liegt zum einen daran, dass ich sowohl bei der Verkündigung der Long- als auch der Shortlist bei MDR KULTUR beschäftigt war und dort vor allem auf lokale Autor*innen wie Deniz Ohde, die in Leipzig lebt, geachtet wird. Doch vielmehr zur Auswahl bewegt hat mich die Leseprobe, die so stimmungsvoll war, dass ich gleich weiterlesen wollte. Zwar gab es kurze Durststrecken, aber dennoch hat mich mein erster Eindruck nicht getäuscht.</p>



<p><em>Deniz Ohde: Streulicht, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.suhrkamp.de/buecher/streulicht-deniz_ohde_42963.html" target="_blank">Suhrkamp</a>, 284 Seiten</em></p>



<p>Als ich Lara diese Bücher vorgeschlagen hatte (hatte <em>ich </em>das?), empfahl sie als dazu passende Lektüre &#8220;Die Elenden&#8221; von Anna Mayr. Darin erzählt die Journalistin, die unter anderem für ZEIT, taz und Deutschlandfunk Nova arbeitet, von Armut und Arbeitslosigkeit. Vor allem letzteres hat sie persönlich als Kind erlebt. Ich muss sagen, dass mir dieses Buch, vor allem in seiner Länge nicht so viel gegeben hat, aber es war tatsächlich eine wunderbare Ergänzung zu &#8220;Streulicht&#8221;, weil beide Autorinnen, einmal aus mit der Fiktion und einmal mit Mitteln eines betroffenen Journalismus, etwas sehr Ähnliches erzählen. Deswegen habe ich die Bücher auch immer im Wechsel gelesen, sodass sich der Horizont wunderbar weiten konnte.</p>



<p><em>Anna Mayr: Die Elenden, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-elenden/978-3-446-26840-1/" target="_blank">Hanser Berlin</a>, 208 Seite</em></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2>Perspektiven</h2>



<p>Eine Debatte, die ich rund um den Buchpreis verfolgt habe, drehte sich um Diversität. Wie gut sind die Perspektiven von nicht-heterosexuellen, nicht-trans, nicht-weißen Menschen vertreten. Schwach, sagen einige. Lara hat das mit ihrer Auswahl ausgeglichen.</p>



<p>Schon seit fast einem Jahr betreibt Lara einen viel verlässlicheren und ungewöhnlicheren Podcast als diesen hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://mimimikollektiv.wordpress.com/mimimi-podcast/" target="_blank">mimimi.podcast</a>. In jeder Folge wird ein Thema auseinander genommen und vor allem die Schattenseiten beleuchtet, wobei es oft um Kapitalismus und Machtverhältnisse geht. Dieser Blick auf die Welt halt Lara vermutlich auch zu diesem Buch geführt, vielleicht auch durch die Empfehlung von <a href="https://schraeglesen.de/episode-1-lieblingsbuecher">Chimamanda Ngozi Adichie</a>: &#8220;Süßwasser&#8221; von Akwaeke Emezi. Emezi identifiziert sich als transgender und non-binary. Der Debütroman erzählt geschickt von einer Person mit mehreren Persönlichkeiten, die in Nigeria und New York aufwächst und auch viele dunkle Phasen durchmacht. </p>



<p><em>Akwaeke Emezi: Süßwasser, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.luebbe.de/eichborn/buecher/sonstige-belletristik/suesswasser/id_6639262" target="_blank">Eichborn</a>, 288 Seiten</em></p>



<p>Schon als wir mit dem Podcast begonnen haben, hat uns Maggie Nelson begleitet. Denn bereits damals hat Lara vorgeschlagen &#8220;Bluets&#8221; zu lesen. Aus sprachlichen Gründen war mir das damals zu kompliziert, außerdem wollte ich das Buch für unser Farben-Special aufheben, das sicherlich irgendwann kommen wird (jetzt gibt es kein zurück mehr). Stattdessen <a href="https://schraeglesen.de/episode-4-sex-und-geschlechter">haben wir später &#8220;Argonauten&#8221; gelesen</a>, was etwas kompliziert war. Als ich &#8220;Red Parts&#8221; im Buchladen gesehen habe, musste ich sofort an Lara denken. Sie hat das Buch tatsächlich gelesen. Maggie Nelson erzählt darin von einem Prozess, bei dem nach Jahren der Mord an ihrer Tante verhandelt wird. Lara war wie immer beeindruckt und begeistert.</p>



<p><em>Maggie Nelson: The Red Parts. Autobiography of a Trial, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.penguin.co.uk/books/111/1112922/the-red-parts/9781784705794.html" target="_blank">Penguin</a>, 224 Seiten<br>auf Deutsch: Die roten Stellen. Autobiographie eines Prozesses, übersetzt von Jan Wilm, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-roten-stellen/978-3-446-26591-2/" target="_blank">Hanser Berlin</a>, 224 Seiten</em></p>



<p>Die letzte Publikation stellt eine Ausnahme dar, denn Lara hat sich kein Buch im engeren Sinne ausgesucht, sondern das Literaturmagazin Literarische Diverse, auf das sie via <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/literarischediverse/" target="_blank">Instagram</a> gestoßen ist (der Kanal ist sehr zu empfehlen, sagt Lara). Seit Anfang des Jahres gibt Yasemin Altınay das Magazin heraus, dessen Titel Programm ist. Es gibt einen Open Call zu einem bestimmten Thema, zu dem jede*r etwas einreichen kann, wobei Beiträge von nicht-weißen und LGBTQI+-Kunstschaffenden besonders ermutigt werden. So will das Magazin denen eine Stimme verschaffen, die zum Beispiel beim Deutschen Buchpreis kaum repräsentiert werden. Mit Erfolg, meint Lara.</p>



<p><em>Das Magazin kann über die <a href="https://www.literarischediverse.de/shop/zwei/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Homepage</a> bestellt werden. </em></p>
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		<title>Episode 12: Mystisch und widerständig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2020 14:01:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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		<category><![CDATA[Preis]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch wenn dieses Jahr zur Buchmesse alles anders - oder gar nicht ist - wir bleiben. Wir haben uns ausnahmsweise vor der Verleihung zwei Bücher vorgenommen und über Hunde und Kekse gesprochen.<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/episode-12-mystisch-und-widerstaendig">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
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<p>Auch wenn dieses Jahr zur Buchmesse alles anders &#8211; oder gar nicht ist &#8211; wir bleiben. Wir haben uns ausnahmsweise vor der Verleihung zwei Bücher vorgenommen und über Hunde und Kekse gesprochen.</p>



<figure><iframe width="100%" height="300" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/774261253&amp;color=%234278b8&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true&amp;visual=true"></iframe></figure>



<p>Wir haben schon so  lange keine Folge mehr aufgezeichnet, dass wir nicht, wie die letzten Male nach der Messe aufgezeichnet haben. Sonst haben wir uns auf der Messe inspirieren lassen &#8211; das ist dieses Jahr leider nicht möglich. Eine schwierige Entscheidung, die auf der einen Seite unnötig erscheint, weil es im März immer eine Grippewelle gibt, auf der anderen Seite nachvollziehbar und angemessen ist, weil der öffentlich Druck einfach da war. Wir haben uns trotzdem von der Messe leiten lassen und etwas aus der Shortlist zum Preis der Leipziger Buchmesse rausgesucht.</p>



<h2>Das ist der Preis</h2>



<p>Ich habe schon einen <a href="https://schraeglesen.de/pdlbm20-ueberblick">langen Text zur diesjährigen Shortlist</a>, insgesamt sehr guten Auswahl geschrieben, aber hier nochmal kurz zusammen gefasst: Vielseitig, gegenwärtig und relevant. Ich persönlich finde zwar das ständige Gerede über die &#8220;Wende&#8221; ein bisschen ermüdend, doch hier lässt sich vieles erkennen, das heute wichtig ist. Ich hätte mich auch gefreut, wenn es im Sachbuch auch einen richtigen Essayband gegeben hätte, dann wäre das vielleicht auch eine Option gewesen.</p>



<p>Am Ende sage ich noch, dass &#8220;Power&#8221; nicht das schönste Buch ist. Das muss ich nochmal ausführen: &#8220;Die rechtschaffenen Mörder&#8221; von Ingo Schulze ist vielleicht am unschönsten &#8211; ein simpel aber passend gestaltetes Cover. Stärker ist da &#8220;Power&#8221;, das die Stimmung des natürlich Ungebändigten und gleichzeitig Beruhigenden des Romans aufnimmt. Auch Lutz Seiler &#8220;Stern 111&#8221; ist sehr schön gestaltet, doch der feine Schutzumschlag fasst sich sehr viel schöner an. Ähnlich gut fühlt sich Leif Randts &#8220;Allegro Pastell&#8221; an mit seinem handschmeichelnden, leicht rauhem Festumschlag, in den wie ein Planet ein glatten Bildelement. Ungeschlagen ist jedoch <a rel="noreferrer noopener" aria-label="&quot;Luna luna&quot; von Maren Kames (öffnet in neuem Tab)" href="https://buecherstadtkurier.com/der-klang-der-nacht/" target="_blank">&#8220;Luna luna&#8221; von Maren Kames</a>, das quasi ein Gesamtkunstwerk ist.</p>



<h2>Das ist unsere Auswahl</h2>



<p>Die beiden älteren Autoren in der Belletristik waren uns thematisch und von der Generation her zu weit entfernt. Und weil ich sowieso ständig über Maren Kames rede, haben wir das auch ausgeklammert. Standen für uns noch Randt und Güntner auf der Liste. Weil ich noch von Güntners Debüt &#8220;Es bringen&#8221; überzeugt war und Lara von der Ankündigung, war es das Grüne Buch.</p>



<p><em>Verena Güntner:  Power, <a href="https://www.dumont-buchverlag.de/buch/guentner-power-9783832183691/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Dumont (öffnet in neuem Tab)">Dumont</a>, 250 Seiten</em></p>



<p>Dann wollten wir uns auf jeden bei den fünf übersetzeten Büchern bedienen. Da sprang uns sofort &#8220;Oreo&#8221; an. Lara hatte schon viel Gutes davon gehört. Auch weil sie sich insgesamt damit beschäftigt, wie Frauen und People of Color mehr gehört werden können. Und auch ich beschäftige mich gerade damit, meine Lektüre diverser zu gestalten. Fran Ross war ein guter Auftakt.</p>



<p><em>Fran Ross:  Oreo, übersetzt von Pieke Biermann, <a href="https://www.dtv.de/buch/fran-ross-oreo-28197/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="dtv (öffnet in neuem Tab)">dtv</a>, 288 Seiten</em></p>
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		<title>Episode 11: Debütanten beim deutschen Buchpreis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2019 15:16:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[buchpreis]]></category>
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		<category><![CDATA[sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Schon wieder Herbst, schon wieder Buchpreis: In diesem Jahr gibt es viele Frauen, viele Debüt und natürlich wichtige Themen. Lara und ich haben uns zwei vielversprechende Titel rausgesucht und gelesen. Was waren das für Wochen und Monate! Mir wird mal wieder klar, was &#8220;Zeit ist relativ&#8221; bedeutet: Hat der Buchpreis…<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/episode-11-debuetanten-beim-deutschen-buchpreis">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
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<p><strong>Schon wieder Herbst, schon wieder Buchpreis: In diesem Jahr gibt es viele Frauen, viele Debüt und natürlich wichtige Themen. Lara und ich haben uns zwei vielversprechende Titel rausgesucht und gelesen.</strong></p>



<figure><iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/695508343&amp;color=%23286ea1&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true&amp;visual=true" width="100%" height="300"></iframe></figure>



<p>Was waren das für Wochen und Monate! Mir wird mal wieder klar, was &#8220;Zeit ist relativ&#8221; bedeutet: Hat der Buchpreis so wie der Nobelpreis für ein Jahr ausgesetzt? Denn ich fühle mich, als hätte ich seit zwei Jahren nicht mehr geschlafen. Andererseits, wenn ich so auf den Output schaue, könnte ich meinen, dass nur drei Monate vergangen sind, denn viel geschafft habe ich wohl kaum.</p>



<p>Am Anfang dieser Podcastfolge habe ich versprochen, dass ich mal einen Text darüber schreibe, was eigentlich so los ist. Ich wollte über eine Hochzeit schreiben, die neue Namen entstehen ließ. Und darüber, wie Vollzeitarbeit einen so aussaugt, dass man kaum noch Elan für so einen Blog hat. Bleiben wir eben vorerst bei der Literatur.</p>



<h2>Ein kurzer Überblick zum Buchpreis</h2>



<p>6747 Seiten dick ist die Longlist, sofern ich mich nicht verzählt habe. (Hat es jemand komplett durchgeschafft? Bestimmt gab es jemanden, der etwas mehr Zeit hatte als ich.) Das Klingt viel, aber eigentlich gibt es keine großen Ausreißer: Als wirklich breiter Wälzer gilt allenfalls Osangs Roman &#8220;Das Leben der Elena Silber&#8221; mit etwas über 600 Seiten (Wälzer fangen für mich erst jenseits der 700 Seiten an). Nur zwei Titel blieben unter den 200 und müssen sich fragen lassen, ob es nicht doch Novellen sind. Alle anderen bleiben mit um die 300-400 Seiten im guten Mittelmaß und lassen sich gut verkaufen.</p>



<p>Schauen wir aber einmal auf die Verteilung der Bücher: Viele haben sich schon darüber gefreut, dass Ausnahmsweise mehr Frauen als Männer nominiert waren, auf der Shortlist hält es sich auch immer noch drei zu drei. An meinen flüchtigen Eindruck gemessen, auch alle sehr verdient und nicht nur für eine angenommene Quote. Es wurde Zeit! Insofern ist das Verhältnis der Debütanten überraschender: immerhin acht von 20 und drei von sechs auf der Shortlist. Dafür haben sich die kleinen Verlage nicht durchsetzen können. Nur fünf Titel stammen aus kleinen Verlagen, wobei man sich schon fragen muss, ob Matthes &amp; Seitz und Wallstein noch als klein gelten (und ob die vier Titel aus dem Hause Hanser als unabhängig gelten).</p>



<p>Thematisch ist es eine gute und relevante Mischung, die sich durchaus an den Fragen der Zeit abarbeitet: Wie leben wir zusammen, was passiert mit unserer Gesellschaft oder schwelte das schon immer in uns. Dabei gibt es natürlich klassische Themen wie der Familienroman, politische und personelle Studien, sowie die Wende. Als Trend der vergangenen Jahre würde ich außerdem noch die 60er und 70er Jahre ausmachen, in diesem Jahr gleich in zwei Titeln die hauptsächliche erzählte Zeit. Sprachlich blieb das meiste handwerklich sauber, aber wenig mutig. Es scheinen alles gut erzählte Geschichten zu sein, aber oft auch nicht mehr.</p>



<h2>Im Internet gefeiert</h2>



<p>Unser erster Titel war schon vor seiner Veröffentlichung in aller Munde. Ich war damals komplett irritiert, weil ich nicht verstanden habe, woher das kam. Es geht um Kitsungi von Miku Sophie Kühmel, die auf Blogs schon auf die Leseliste gesetzt wurde und auf Instagram zahlreich gezeigt wurde. Vor allem Lara hat das neugierig gemacht und so haben wir nach diesem Buch gegriffen.</p>



<p>Im Nachhinein kann ich es auch gut verstehen, denn das Buch hat vieles, was im Internet bei jungen Lesern begehrt wird: Eine leichte Faszination für das Japanische, Mittzwanziger, die ihren Platz in der Welt hinterfragen und ein Plädoyer für neue Formen des Zusammenlebens. Glücklicherweise steckt hinter dem Hype, trotz einiger Abzüge, mehr &#8211; wie die Nominierung für den deutschen Buchpreis beweist.</p>



<p><em>Miku Sophie Kühmel: Kitsungi, <a href="https://www.fischerverlage.de/buch/miku_sophie_kuehmel_kintsugi/9783103974591" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="S. Fischer (öffnet in neuem Tab)">S. Fischer</a>, 304 Seiten</em></p>



<h2>Unvereinbare Themen</h2>



<p>Ich habe in der letzten Woche vier Bücher gleichzeitig gelesen, aber mein letztes Fußballspiel haben ich vielleicht vor vier Jahren gesehen. Dennoch war ich sehr interressiert an dem Roman &#8220;Nicht wie ihr&#8221; von Tonio Schachinger, weil mich die Mechanismen hinter dem Sport spannender finde als den Sport selber und lieber auf die Tabelle schaue, als das eigentliche Spiel.</p>



<p>Und Schachinger enttäuscht nicht. Er blickt hinter die Kulissen, ohne reißerisch an bekannte Fußballbiographien anzuknüpfen (soweit ich das beurteilen kann). Es geht um Sein und Schein, um Auftrumpfen und Druck im professionellen Fußball. Aber vor allem geht es um Identität und wie man sie auf einer solchen Bühne bewahren kann. </p>



<p><em>Tonio Schachinger: Nicht wie ihr, <a href="https://www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/nicht-wie-ihr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Kremayr und Scheriau (öffnet in neuem Tab)">Kremayr und Scheriau</a>, 304 Seiten.</em></p>
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		<title>Episode 8: #dbp2018</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Oct 2018 13:20:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[buchpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[History]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[unheimlich]]></category>
		<category><![CDATA[Unheimliches]]></category>
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					<description><![CDATA[Jedes halbe Jahr gibt es einen Buchpreis zu diskutieren und jedes Halbjahr will ich mitmischen bei der Debatte um das beste Buch des Jahres. Auch dieses Mal haben Lara und ich uns zwei Bücher von der Shortlist des deutschen Buchpreises rausgesucht und darüber gesprochen, warum sie auf der Liste stehen.…<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/buchpreis-shortlist-2018">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jedes halbe Jahr gibt es einen Buchpreis zu diskutieren und <a href="https://schraeglesen.de/episode-2-der-buchpreis-2017" target="_blank" rel="noopener">jedes Halbjahr</a> will ich mitmischen bei der Debatte um das beste Buch des Jahres. Auch dieses Mal haben Lara und ich uns zwei Bücher von der Shortlist des deutschen Buchpreises rausgesucht und darüber gesprochen, warum sie auf der Liste stehen.</strong><span id="more-3349"></span><br />
<iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/510347832&amp;color=%233e72d9&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true&amp;visual=true" width="100%" height="300" frameborder="no" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Zwei Bücher aus sechs zu wählen ist natürlich viel einfacher, als aus der unüberschaubaren Masse an Titeln, die jedes Jahr veröffentlich werden. Aber irgendwie auch nicht, weil wir natürlich schon hoffen, den Siegertitel zu finden. Da wir allerdings nicht so viel Zeit haben, haben wir die Bücher ausgeschlossen, die uns zu dick uns schwer erschienen.</p>
<h1>Schauerroman reloaded</h1>
<p>Susanne Röckel hat mit &#8220;<a href="https://www.deutschlandfunk.de/susanne-roeckel-der-vogelgott-der-mensch-auf-der-suche-nach.700.de.html?dram:article_id=429703" target="_blank" rel="noopener">Der Vogelgott</a>&#8221; den Schauerroman wieder für die Neuzeit entdeckt. Sie erzählt von einer Familie, die immer wieder einer seltsamen Vogelgestalt begegnen: Der Vater fängt ein ungewöhnliches Exemplar in einer unbekannten Berglandschaft, der jüngste Sohn kommt in Berührung mit einem Vogelgottkult in Afrika, die Tochter findet die Vogelgestalten auf Bildern eines verehrten Künstlers und der älteste Sohn stößt bei Zeitungsrecherchen auf seltsame Kinderträume.</p>
<p>Sehr geschickt greift Röckel das Genre auf. Sie schafft einen Sog, der wirklich dafür sorgt, dass der Leser immer angespannter wird, weil er mehr wissen will und sich auch ein wenig fürchtet. Dabei hilft ihr auch ein untrügliches Sprachgespür, denn der Roman klingt nach dem 19. Jahrhundert und wirkt dabei nicht antiquiert.</p>
<p>Doch was bleibt über dieser Stimmung hinaus, was erzählt der Roman wirklich: Ist es eine psychologische Parabel auf den Generationenkonflikt? Oder ganz klassisch der Einbruch des Unmöglichen und Unbeweisbaren in der rationalisierten Welt. An vielen Stellen bleibt der Roman zu vage, um wirklich Wirkung zu zeigen.</p>
<p><em>Susanne Röckel: Der Vogelgott, <a href="http://jungundjung.at/content.php?id=2&amp;b_id=265" target="_blank" rel="noopener">Jung und Jung</a>, 272 Seiten</em></p>
<h1>Literarisches Porträt eines Stadtviertel</h1>
<p>María Cecilia Barbetta ist mit ihrem Roman &#8220;<a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/maria-cecilia-barbetta-nachtleuchten-ein-roman-wie-ein.950.de.html?dram:article_id=425518" target="_blank" rel="noopener">Nachtleuchten</a>&#8221; sozusagen an ihren Anfang zurückgekehrt. Sie erzählt von dem Stadtteil Ballester in der argentinischen Stadt Buenos Aires kurz nach dem Tod des Präsidenten <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwjXqrKv5fHdAhXhwYsKHdrcA6YQFjAAegQICRAB&amp;url=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FJuan_Per%25C3%25B3n&amp;usg=AOvVaw14mSK9Da7g25owd4C2yevY" target="_blank" rel="noopener">Juan Perón</a>. Das sind Zeit und Ort, in denen Barbetta geboren wurde und die sie hier auf wunderbare Weise auferstehen lässt.</p>
<p>Mit einer reichhaltigen Sprache und mit großer Leichtfüßigkeit erzählt sie Geschichten aus diesem Dorf in der Stadt. Es sind keine tragischen oder dramatischen Geschichten &#8211; es sind Lebensgeschichten, in denen nur hin und wieder die Zeitenwende, die das eigene Land gerade unternimmt, durchscheint.</p>
<p>Es ist nicht die Geschichte des Umbruchs, die Barbetta erzählt, stattdessen malt sie mit Worten das Porträt eines Ortes, das manchmal unüberschaubar scheint, aber &#8211; so scheint es zumindest aus der Ferne &#8211; die Seele des Stadtteils Ballester Anfang der 1970er Jahre einfängt.</p>
<p><em>María Cecilia Barbetta: Nachtleuchten, <a href="https://www.fischerverlage.de/buch/maria_cecilia_barbetta_nachtleuchten/9783103972894" target="_blank" rel="noopener">S. Fischer</a>, 520 Seiten</em></p>
<h1>Preisrennen</h1>
<p>Natürlich haben wir am Ende auch versucht, zu überlegen, wer den Preis verdient hätte. Dabei habe ich &#8211; selbst nur mäßig informiert &#8211; einfach Autorennamen fallen lassen, als ob sie jeder kennen müsste. Deswegen hier noch einmal die anderen vier Bücher von der Shortlist:</p>
<ul>
<li>Maxim Biller: <a href="https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article181011692/Maxim-Biller-Wovon-Sechs-Koffer-eigentlich-handelt.html" target="_blank" rel="noopener">Sechs Koffer</a>, Kiepenheuer und Witsch</li>
<li>Nino Haratischwili: <a href="https://www.zeit.de/2018/38/die-katze-und-der-general-nino-haratischwili-roman" target="_blank" rel="noopener">Die Katze und der General</a>, Frankfurter Verlagsanstalt</li>
<li>Inger-Maria Mahlke: <a href="https://www.zeit.de/kultur/literatur/2018-09/inger-maria-mahlke-archipel-roman" target="_blank" rel="noopener">Archipel</a>, Rowohlt</li>
<li>Stephan Thome: <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/stephan-thome-der-roman-gott-der-barbaren-rezensiert-a-1227958.html" target="_blank" rel="noopener">Gott der Barbaren</a>, Suhrkamp</li>
</ul>
<p>Wer dann gewinnt, das werden wir alle am Montag, den 8. Oktober erfahren.</p>
<p>Die Musik die wir nutzen: <a href="https://www.jamendo.com/track/1048629/sweet-tania" target="_blank" rel="noopener">Sweet Tania von Arnaud Martin Jazabana</a> (CC-BY-NC 3.0).</p>
<p>Und vielen Dank an Lara für das Mitlesen und -diskutieren.</p>
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		<title>Episode 7: Macht und Verlust</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Sep 2018 11:45:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[corporeal]]></category>
		<category><![CDATA[feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Osteuropa]]></category>
		<category><![CDATA[poetry]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die siebente Episode haben wir noch guten Büchern in kleinen Verlagen gesucht. Bei der Diskussion zeigte sich, dass die Bücher noch mehr verbindet. Leider auch ein mehr oder weniger enttäuschendes Ende. Fund auf der Messe Man soll Bücher nicht nach ihrem Einband bewerten, so ein allgemeiner Sinnspruch. Ehrlich gesagt,…<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/episode-7-macht-und-verlust">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Für die siebente Episode haben wir noch guten Büchern in kleinen Verlagen gesucht. Bei der Diskussion zeigte sich, dass die Bücher noch mehr verbindet. Leider auch ein mehr oder weniger enttäuschendes Ende.</strong></p>



<span id="more-3307"></span>



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<h1>Fund auf der Messe</h1>



<p>Man soll Bücher nicht nach ihrem Einband bewerten, so ein allgemeiner Sinnspruch. Ehrlich gesagt, halte ich mich da nicht so ganz dran, aber das ist eine Diskussion für einen anderen Zeitpunkt. Ich spreche, das auch nur an, weil uns der Einband eben auch zu unserem ersten Buch geführt hat. Natürlich war das nicht das einzige: Lara schätzt den Verlag Ink Press nicht nur wegen seiner bibliophilen Buchkunst, sondern auch wegen der guten Titel. Als uns &#8220;<a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=3&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwiCuPqbv8ndAhVEH5AKHRXFCIwQFjACegQICBAB&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.swr.de%2Fswr2%2Fprogramm%2Fsendungen%2Flesenswert%2Fswr2-lesenswert-kritik-kerana-angelova-elada-pinjo-und-die-zeit%2F-%2Fid%3D659892%2Fdid%3D21599822%2Fnid%3D659892%2F1fjpfuv%2Findex.html&amp;usg=AOvVaw1IZVdnM_4F2SDGqgJ-WnF0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elada Pinjo und die Zeit</a>&#8221; in die Hände fiel, waren wir nicht nur vom Cover begeistert, sondern auch von der Geschichte, die uns versprochen wurde.</p>



<p>Die bulgarische Autorin Kerana Angelova erzählt aus dem Leben der Elada Pinjo, das scheinbar voller Magie steckt: <a href="https://read-ost.com/2018/02/16/maerchen-des-balkans-elada-pinjo-und-die-zeit-von-kerana-angelova/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schon der Beginn liest sich wie der Mythos</a> von Romulus und Remus. Den das kleine Mädchen wird im Wald zurückgelassen und von einer Hirschkuh aufgezogen. Später wird sie von Nomaden aufgenommen und flieht noch später mit ihrer Ziehmutter in die Städte.</p>



<p>Hin und wieder gibt es magische Momente, so wie es im magischen Realismus üblich ist, doch diese Momente haben nur bedingt Bedeutung für die Handlung. Die Frage nach Heimat, Identität und Zugehörigkeit, die sich auf dem Balkan vermutlich anders stellt als in Westeuropa, schimmert immer wieder durch, doch drängt sich uns nicht unbedingt auf. So verrinnt diese Geschichte wie die Zeit und hinterlässt nichts.</p>



<p><em>Kerana Angelova: Elada Pinjo und die Zeit, übersetzt von Viktoria Dimitrova Popova, <a href="http://ink-press.ch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ink Press</a>, 264 Seiten</em></p>



<h1>Fund im Buchladen</h1>



<p>Auch beim nächsten Buch gibt es eine Geschichte zum Einband: Ich bin absolut kein Fan von naiver Illustration; von kindlichen Strichzeichnungen, die eben durch ihre Kindlichkeit ihren Ausdruck gewinnen. In genau dieser Weise ist das Cover der englichen Originalausgaben von Emma Glass&#8217; &#8220;Peach&#8221; gestaltet, während die deutsche Erstausgabe mit einer weichen Zeichnung von einem aufgeschnittenen Pfirsich illustriert ist. Bei einem ersten Treffen waren Lara und ich uns einig, dass dieses Cover sehr viel hübscher sei. Doch als wir uns nach der Lektüre wieder trafen, mussten wir feststellen, dass Original viel treffender ist.</p>



<p>Glass <a href="https://www.deutschlandfunk.de/emma-glass-roman-peach-der-sound-des-schmerzes.700.de.html?dram:article_id=412993" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erzählt in ihrem Debüt</a>, wie das Mädchen Peach nach einer Vergewaltigung versucht weiterzuleben. Doch &#8220;Peach&#8221; ist kein Drama, sondern ein Schauermärchen. Die Charaktereigenschaften der Menschen um Peach werden nach außen gekehrt und verwandeln die Figuren und seltsame Gestalten: Der Lehrer wird zum Pudding, der feste Freund ein Baum, der beste Freund eine Sandfigur. Die Geschichte erinnert an Carrolls &#8220;Alice im Wunderland&#8221;, nur dass es hier tragischer und grausamer ist.</p>



<p><a href="https://www.smh.com.au/entertainment/books/interview-emma-glass-on-her-debut-novel-peach-20180112-h0h4jx.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Autorin</a> findet eine eigene, lyrische und verdichtete Sprache, die Sabine Kray wunderbar ins Deutsche überführt hat und schafft es so, dieser Erfahrung einen literarischen Raum zu geben. Doch vielleicht verliert sich &#8220;Peach&#8221; zu sehr in seine Bilder und seiner Sprache. Die Handlung fließt so unvermeidbar auf eine Tragödie hin, dass vor allem Lara Stärke vermisst.</p>



<p><em>Emma Glass: <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwib0JjUu8ndAhVvqYsKHetIDj8QFjAAegQIAxAB&amp;url=https%3A%2F%2Fedition-nautilus.de%2Fprogramm%2Fpeach%2F&amp;usg=AOvVaw1FQRTvaaIgi2EkazhxZolL" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peach</a>, übersetzt von Sabine Kray, Nautilus, 125 Seiten</em></p>
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		<title>Episode 6: Herausforderung</title>
		<link>https://schraeglesen.de/episode-6-herausforderung</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jul 2018 16:48:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Einblicke]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[lyric]]></category>
		<category><![CDATA[podcast]]></category>
		<category><![CDATA[poetry]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir lesen zwar beide gerne, aber unsere Vorlieben unterscheiden sich – sogar recht deutlich. Für unsere sechste Ausgaben wollten wir uns gegenseitig herausfordern und haben mitgebracht, was wir selbst gerne lesen, der andere aber eben nicht: Essays und Gedichte. Schreibendes Nachdenken Vielleicht liegt es an ihrem Anglistikstudium, wo diese literarische…<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/episode-6-herausforderung">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir lesen zwar beide gerne, aber unsere Vorlieben unterscheiden sich – sogar recht deutlich. Für unsere sechste Ausgaben wollten wir uns gegenseitig herausfordern und haben mitgebracht, was wir selbst gerne lesen, der andere aber eben nicht: Essays und Gedichte.</strong><span id="more-3276"></span><br />
<iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/470880048&amp;color=%2349a8ca&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true&amp;visual=true" width="100%" height="300" frameborder="no" scrolling="no"></iframe></p>
<h1>Schreibendes Nachdenken</h1>
<p>Vielleicht liegt es an ihrem Anglistikstudium, wo diese literarische Form eher vertreten ist: Lara liest sehr gerne Essays, vor allem mit feministischen Themen. So sind wir in der vierten Folge auch auf die Amerikanerin Maggie Nelson gestoßen, die Lara besonders gerne liest.</p>
<p>Für diese Episode hatte sie zwei Bücher vorgeschlagen. Wir haben uns dann für Connie Palmens essayistische Biographien über vier außergewöhnliche weibliche Künstlerinnen entschieden. Ein Feld, in dem sich die niederländische Autorin bereits mit ihrem Roman über Sylvia Plath <a href="http://www.deutschlandfunk.de/connie-palmen-du-sagst-es-in-die-tiefe-gezogen.700.de.html?dram:article_id=365015" target="_blank" rel="noopener">„Du sagst es“</a> bewiesen hat.</p>
<p><em>Connie Palmen: &#8220;Die Sünde der Frau&#8221;, <a href="https://www.diogenes.ch/leser/titel/connie-palmen/die-suende-der-frau-9783257608731.html" target="_blank" rel="noopener">Diogenes</a>, 96 Seiten</em></p>
<h1>Wortreduzierungen</h1>
<p>Ich bin fasziniert von zeitgenössischer Lyrik! Vielleicht liegt es daran, dass es ein recht überschaubares Feld ist, denn jedes Jahr kommen nur wenige bemerkenswerte und neue Gedichtbände heraus. Der Grund könnte allerdings auch im Abwechslungsreichtum liegen: Ich habe das Gefühl, womöglich weil sie auf Grund ihres Nischendaseins keine Mode nachrennen oder sich anbiedern müssen, dass jeder Dichter einen sehr eigenen Zugang zu Sprache und Themen entwickelt. Dazu kommt noch der Umgang mit der Sprache, der eben dicht ist und den ich auch bei Romanen sehr schätze.</p>
<p>Dabei wäre es totale Übertreibung zu behaupten, dass ich Gedichte immer auf Anhieb verstehen würde. Ganz im Gegenteil: Ich muss sie mindestens zwei- oder dreimal lesen, ich versuche Rezensionen zu finden, die mir den Zugang erleichtern oder ich lese die Anmerkungen im Band sozusagen als Beipackzettel.</p>
<p>Deswegen ist unsere Wahl unter den Gedichtbänden in meinen Schrank auf das Debüt „Und das alles ist genug“ von Thilo Krause gefallen. Diese Gedichte fallen nicht unbedingt durch große Experimente heraus, aber man könnte sie als well made bezeichnen. Der Naturwissenschaftler Krause besticht zunächst durch wunderbare Natur- und Alltagsbeschreibungen. Seine Sprache ist dabei weder blumig noch kalt, sondern klar und Gefühl. Was mich an seiner Lyrik immer wieder begeistert ist vor allem <a href="https://mephisto976.de/news/ruhige-spaziergaenge-48388" target="_blank" rel="noopener">die ruhige Rhythmik</a>. Doch natürlich geht es in den Gedichten nicht nur um Regen auf Fensterscheiben – Krause erzählt zum Beispiel auch von den Menschen, von seinen Großeltern und die Vergangenheit Dresdens. Auch hier bleibt sein Ton ruhig und bedächtig, sodass die Lesenden genug Zeit bekommen sich in diese Bilder zu vertiefen.</p>
<p><em>Thilo Krause: „Und das ist alles genug“, <a href="http://www.poetenladen-der-verlag.de/alles-genug.htm" target="_blank" rel="noopener">Poetenladen</a>, 87 Seiten</em></p>
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		<title>Episode 5: Preisgekrönt</title>
		<link>https://schraeglesen.de/episode-5-preisgekroent</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Apr 2018 17:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Buchpreis]]></category>
		<category><![CDATA[pdlbm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/episode-5-preisgekroent">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container">
<p><strong>Für die fünfte Episode haben wir es uns sehr einfach gemacht &#8211; zumindest was die Auswahl angeht. Denn die Zeit war zu knapp für lange Recherchen und die Kataloge waren auch nicht so überzeugend. Deswegen haben wir uns auf den Geschmack der Buchmesse-Preisjury verlassen.</strong></p>



<span id="more-3256"></span>



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<p>Nachdem Lara die vergangenen Monate auf der Insel festgesteckt hat, haben wir uns auf der Leipziger Buchmesse tatsächlich mal wir richtig getroffen &#8211; und körperlich im gleichen Raum und mit den Lungen dieselbe Luft atmend. Gemeinsam sind wir über die Verlagsstände geschlendert und haben nach Titel für die nächsten Podcast-Folgen gesucht. Leider hat sich mein Eindruck, den ich beim Blättern durch die Kataloge hatte, nicht wirklich geändert und wir haben nicht viel Spannendes gefunden. Also haben wir es uns kurzerhand einfach gemacht und darauf geeinigt die beiden Sieger des Preises der Leipziger Buchmesse geeinigt. (Die Sachbücher haben wir dafür allerdings ausgenommen &#8211; der historische Kommunismus hat uns im Moment nicht genug interessiert)</p>



<h1>Preisträgerin Belletristik: Eine Italienreise</h1>



<p>Zu meinem Bedauern hat meine <a href="https://schraeglesen.de/buchmesse-2018">Zeit vor der Messe</a> nicht gereicht, um mich wie <a href="https://schraeglesen.de/romanquartett-und-schwarzer-peter-2017-erzaehlersuche">die vergangenen Jahre</a> mit der Nominierten-Liste auseinander zu setzen. (Eigentlich stand mir vielmehr mein Zeit-Management im Wege, aber das muss ich ja nicht so laut sagen.) Deswegen bleiben Einordnungen dazu, ob der Preis verdient war oder nicht, eher außen vor.</p>



<p>Aber auch ohne Nominierung habe ich mich für &#8220;Hain&#8221; von Esther Kinsky interessiert. Vor allem der Untertitel &#8220;Ein Geländeroman&#8221; hat mich angezogen. Was sollte das bedeuten, und was macht das mit dem Text? Darüber haben wir natürlich auch vor dem Mikro diskutiert. Was wir nicht gestreift haben, ist vielleicht die Frage, ob dieses Buch wie eine Gelände erkundet werden kann. Das ist zumindest bedingt möglich.</p>



<p>Doch das Thema Landschaft schien mir in dem Gedichtband &#8220;Am Hang&#8221; spannender gelöst: Auch berichtet Kinsky aus einem winterlichen Italien. In einzelnen Gedichten erzählt sie verschiedene Situationen, während ein Band us Tect die Landschaft in anspielungsreichen Bildern erzählen. Aber was all ihre Texte gemein haben (und hier stimmen wir wohl mit allen überein) ist die hohe Genauigkeit der Sprache. Was genau den Reiz ausmacht, lasst ihr euch lieber von Lara erzählen.</p>



<p><em>Esther Kinsky: Hain. Ein Geländeroman, <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/hain-esther_kinsky_42789.html">Suhrkamp</a>, 280 Seiten</em></p>



<h1>Preisträger Übersetzung: Weg durch den Krieg</h1>



<p>Während ich schon Einiges von Kinsky zumindest angelesen hatte, habe ich mich noch nie zuvor mit dem ukrainischen Schriftsteller Serhij Zhadan auseinander gesetzt. Eine große Nachlässigkeit, wie mir scheint. Denn Zhadan erzählt in &#8220;Internat&#8221; eine wichtige Geschichte in einer Sprache, die zumindest mich sehr in ihren Bann gezogen hat.</p>



<p>Insofern haben die beiden Übersetzer Sabine Stöhr und Juri Durkot den Preis bestimmt zu recht erhalten. Allerdings ist das Feld in diesem Falle auch immer sehr viel enger, Natürlich ist es nicht so, dass Übersetzen keine Kunst wäre, immerhin gibt es ja auch sehr schwache Leistungen. Aber das Handwerk, das hier beurteilt wird, orientiert sich doch mehr an objektiven Maßstäben und etwas weniger an Kunstfertigkeit.</p>



<p>Den perfekten Roman zu schreiben, ist unmöglich, einen Text adäquat in eine andere Sprache zu übertragen in der Regel schon. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass Ein Roman als solcher je nach Geschmack auch unterschiedlich bewertet werden kann, während eine Übersetzung eben an bestimmten Punkten ausgemessen werden. Aber wer hier nominiert wird, bekommt meist doch die Höchstpunktzahl und sind deswegen untereinander noch mehr auf Augenhöhe.</p>



<h1>Schwurbelige Gedanken zum Übersetzerpreis</h1>



<p>Was ich hier etwas schwurbelig <span style="display: inline !important; float: none; background-color: transparent; color: #444444; font-family: 'Raleway'; font-size: 18px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; line-height: 27px; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 5px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;">versuche </span>auszudrücken: Ich habe den Eindruck, dass hier Politik eine noch größere Rolle spielt als bei den anderen Kategorien. So ist die Popularität des Werkes von großer Bedeutung. Joshua Cohen hätte diese Voraussetzung vielleicht auch erfüllt, aber Robin Detje hat den Preis eben schon einmal erhalten.</p>



<p>Auch die Grundherausforderung des Originals ist wichtig. Hier hat meiner Meinung nach Michael Walther vielleicht sogar die größere Schwierigkeit bewältigt. Aber zum einen hat er für seine Übersetzungen von Laurence Sternes Gesamtwerk schon genug Ehrung erhalten. Zum anderen geht es auch um die Botschaft: Die Ehrung der harten Arbeit von Übersetzern kleinerer Sprachen und die politische Wichtigkeit des Buches.</p>



<p>Lange Rede kurzer Sinn: Ich weiß nicht, ob es die beste Übersetzung des Jahres ist, weil ich nicht glaube, dass da eine besser ist, als die andere. Aber das Buch hat auf jeden Fall einen Preis verdient. Denn es erzählt eine Geschichte, die jenseits aller Grenzen wichtig ist.</p>



<p><em>Serhij Zhadan: Internat, <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/internat-serhij_zhadan_42805.html">Suhrkamp</a>, 300 Seiten</em></p>
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		<title>Episode 4 &#8211; Sex und Geschlechter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Feb 2018 17:47:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[corporeal]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
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					<description><![CDATA[In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unser Blick auf Geschlechter immer mehr verändert und wurde nuancierter. Das Geschlecht wurde mehr als Biologie und Bestimmung, es wurde durchlässer und vielschichtiger. Manche Menschen haben da den Überblick verloren. Literatur könnte helfen. Lang ersehnt&#8230; Schon als wir nach Titel für unserer erste Ausgabe…<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/episode-4-sex-und-geschlechter">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
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<p><strong>In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unser Blick auf Geschlechter immer mehr verändert und wurde nuancierter. Das Geschlecht wurde mehr als Biologie und Bestimmung, es wurde durchlässer und vielschichtiger. Manche Menschen haben da den Überblick verloren. Literatur könnte helfen.</strong></p>



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<h1>Lang ersehnt&#8230;</h1>
<p>Schon als wir nach Titel für unserer erste Ausgabe zu Lieblingsbücher gesucht haben, hat Lara sofort &#8220;Bluets&#8221; von Maggie Nelson vorgeschlagen. Wir hatten uns das für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben. Doch als ich dann einen Titel von Maggie Nelson im Verlagsprogramm gesehen habe, stand fest, dass wir das besprechen müssen.</p>
<p>Wir haben es mit Freude und Begeisterung getan, weil dieses Buch einen tiefgehenden und persönlichen Blick auf das Thema Geschlecht wirft. Bei aller Faszination für das Thema haben wir allerdings die Sprache fast außer Acht gelassen. Für ein Buch, das auf der Oberfläche eine Abhandlung über Gender Studies anhand eigener Erfahrungen ist, besitzt es eine fast schon poetische, aber zumindest fließende und klangliche Sprache.</p>
<p>Weil ich es vergessen habe, hier noch einmal die Infos: Maggie Nelson: Die Argonauten, Hanser, 200 Seiten.</p>
<h1>&#8230; und zufällig entdeckt</h1>
<p>Den zweiten (aber zuerst diskutierten) Titel habe ich später auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt. Ich saß am Klett-Cotta-Stand und hatte noch Zeit vor dem nächsten Interview und da stand es rum. Es sah von außen gut aus, beim durchblätter hatte es nette Features beziehungsweise interessante Spielereien.</p>
<p>Es fing auch ganz gut an: Es sollte eine Überschreibung alter Liebeslyrik sein, konkreter der &#8220;Ars amatoria&#8221; von Ovid. Die Liebeskünste werden hier sozusagen in das Internetzeitalter übertragen. Das kann man erkennen, aber man muss schon mti gutem Willen hinschauen. An einigen Stellen ist es zu viel, an anderen zu wenig. Ich würde sagen, kein gutes Debüt, aber ich versuche es gerne noch einmal mit dem zweiten Roman.</p>
<p>Damit keine Einseitigkeit entsteht: Patricia Hempel: Metrofolklore, Tropen, 210 Seiten.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Episode 3: Unterdrückung und Rebellion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thilo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Nov 2017 17:14:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buecherdiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[History]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die dritte Ausgabe der Bücherdiskussion haben wir in die aktuellen Kataloge geschaut und nach spannenden, internationalen Titeln gesucht. Dabei haben zwei Bücher zusammengefunden, die kaum besser zusammen passen könnten&#8230; Was passiert eigentlich in Korea? Deutschland gehört &#8211; ich erwähne es gerne und oft &#8211; zu den internationalsten Buchmärkten. Dennoch…<p class="continue-reading-button"> <a class="continue-reading-link" href="https://schraeglesen.de/episode-3-unterdrueckung-und-rebellion">Weiterlesen...<i class="crycon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für die dritte Ausgabe der Bücherdiskussion haben wir in die aktuellen Kataloge geschaut und nach spannenden, internationalen Titeln gesucht. Dabei haben zwei Bücher zusammengefunden, die kaum besser zusammen passen könnten&#8230;</strong><span id="more-3092"></span></p>
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<h1>Was passiert eigentlich in Korea?</h1>
<p>Deutschland gehört &#8211; ich erwähne es gerne und oft &#8211; zu den internationalsten Buchmärkten. Dennoch entgehen uns hier hin und wieder sehr wichtige und gute Autoren. Da braucht es dann erst Preise, damit wir aufmerksam werden. So war es letztes Jahr, denn sobald Han Kang den internationalen Man Booker Preis erhielt, erschien plötzlich ihr Roman &#8220;Die Vegetarierin&#8221; auf deutsch, den <a href="http://www.deutschlandfunk.de/die-vegetarierin-von-han-kang-fleischverzicht-als-revolte.700.de.html?dram:article_id=366049" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ich dann auch mit viel Freude gelesen haben</a>.</p>
<p>Natürlich wollte der Aufbau-Verlag gleich nachziehen und so erschien gerade mal ein Jahr später eine weitere Übersetzung eines ihrer Romane. Nach der ersten guten Erfahrung, die wir beide gemacht haben, wollten wir weiter an der Autorin dran bleiben. &#8220;Menschenwerk&#8221; ist jedoch viel mehr an Korea gebunden: Es beschäftigt sich mit dem sogenannten Gwangju-Massaker, das wohl der größte Schnitt in der jüngeren südkoreanischen Geschichte darstellt. Han Kang erzählt von verschiedenen Menschen, die sich gegen das Regime auflehnen wollten und wie sie mit den Schrecken weiterleben, die ihnen dadurch widerfahren sind.</p>
<h1>Wie füreinander gemacht</h1>
<p>Auch der zweite Roman ist uns vor allem durch seine Auszeichnung ins Auge gefallen: Durch die Prämierung mit dem Pulitzer Preis wurde &#8220;Underground Railroad&#8221; von Colson Whitehead natürlich sehr prominent ins Verlagsprogramm aufgenommen. Die Beschreibung des Verlages hat das Interesse schließlich gefestigt. Colson Whitehead erzählt die Flucht einer Sklavin als furiose, abenteuerliche Reise durch ein fast schon fantastisches (im Sinne von irreales) Amerika. Er hat tief in die Geschichte Amerikas gegraben um ihre heutigen Narben zu verstehen.</p>
<p>Tatsächlich hatten wir uns schnell auf eine Auswahl an zu besprechenden Büchern für das Halbjahr geeinigt, aber welche zusammen in eine Folge kommen, war dann doch eher Zufall, ebenso wie die Tatsache, dass es dieses Mal so viele Überschneidungen gab. Dieser Zufall hat mich persönlich regelrecht entzückt! Beide erzählen von der Vergangenheit, von Unterdrückung und wie sich die unterdrückten Menschen wehren. Beide nutzen dafür eine stark episodische Dramaturgie. Und wie es sich gehört, legen damit beide den Finger in die heutigen Wunden.</p>
<p>Überraschenderweise sind wir dieses Mal sogar fast in der Zeit geblieben. Das lag wohl vor allem daran, dass am Tag der Aufzeichnung echt pünktlich los musste und wir schon zu spät angefangen hatten. Ich war also echt im Stress und werde das Gefühl nicht los, das Eine oder Andere nicht erwähnt zu haben. Also fühlt euch frei, Anmerkungen zu machen, wenn ihr die Bücher gelesen habt.</p>
<p>Die Musik die wir nutzen: <a href="https://www.jamendo.com/track/1048629/sweet-tania" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sweet Tania von Arnaud Martin Jazabana</a> (CC-BY-NC 3.0).</p>
<p>Und vielen Dank an Lara für das Mitlesen und -diskutieren.</p>
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